In dieser Woche unternahmen die Klassen 10a und 10d einen „Spaziergang der Erinnerung“ durch Telgte. An verschiedenen Stolpersteinen hielten die Schülerinnen und Schüler inne und stellten in kleinen Gruppen die Lebensgeschichten der Menschen vor, an die dort erinnert wird. Sie brachten außerdem Gegenstände mit, die symbolisch an diese Personen erinnern sollten.
Eine Schülergruppe gestaltete für den jüdischen Jungen Karl-Heinz Steinhardt, der nur sieben Jahre alt wurde, einen kleinen Koffer – ein Symbol für die vielen unfreiwilligen Wege, die er in seinem kurzen Leben gehen musste. Weitere Gruppen erinnerten an die in Telgte bekannte jüdische Familie Auerbach, an Menschen, die während der NS-Zeit aufgrund von Krankheit oder Behinderung als „lebensunwert“ verfolgt und ermordet wurden, sowie an die Kinder Josef und Maria Unger, die von den Nationalsozialisten als „nicht arisch“ ausgegrenzt, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden. Als Zeichen dafür, dass diesen Kindern eine unbeschwerte Kindheit genommen wurde, legten die Jugendlichen zwei kleine Spielfiguren ab.
Auch ein buntes Band – heute ein Symbol für Menschen mit Down-Syndrom – sowie eine lila Schleife zum Gedenken an den unter Epilepsie leidenden und deshalb von den Nazis ermordeten Oskar Rolf begleiteten den Rundgang.
Der Projekttag begann mit einem Besuch der Wanderausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung“ vor dem Telgter Rathaus. Dort informierten sich die Schülerinnen und Schüler über jüdische Sportlerinnen und Sportler und ihre Schicksale während der NS-Zeit.
Der „Spaziergang“ durch Telgte machte deutlich, wie willkürlich und grausam Diktaturen handeln. Eine Schülergruppe formulierte daraus den Auftrag für die Gegenwart: aufmerksam hinsehen, Unrecht klar benennen und unsere Demokratie aktiv schützen.





